Quartiersrätekongress diskutierte

Beim 10. Quartiersrätekongress am 23. November wurden Perspektiven des Quartiersmanagements in Berlin besprochen.

Quartiersrätekongress

Quartiersräte im Plenarsaal beim Quartiersrätekongress. Foto: Dominique Hensel

Am 23. November 2018 trafen sich zahlreiche Quartiersräte aus 38 Stadtteilen im Abgeordnetenhaus, um über die Zukunft des Programms Soziale Stadt in Berlin zu diskutieren. Senatorin Katrin Lompscher (Linke) stellte Thesen vor, wie das Programm zur Hilfe von benachteiligten Kiezen weiterentwickelt werden kann. Anlass der Weiterentwicklung ist das nahende 20-jährige Bestehen des 1999 gestarteten Quartiersmanagements.

Senatorin Katrin Lompscher (Stadtentwicklung und Wohnen) eröffnete die Diskussion mit mehreren Thesen. Unter anderem sagte sie: „Die Struktur mit Quartiersräten und Aktionsfondsjurys hat sich bewährt." Der Netzwerkfonds wurde somit nicht explizit erwähnt. Weiter sagte sie: "Die Quartiersmanagementteams in den Kiezen sind als Bindeglied zwischen Bürger und Verwaltung wichtig.“ Das Element der Vorortbüros im Kiez wird damit als Stärke des Programms angesehen.

Senatorin Katrin Lompscher sagte allerdings auch, dass man keine überzogenen Erwartungen an das Förderprogramm haben dürfe. So käme Quartiersmanagement bei den Themen Wohnen und Mieten sowie Wirtschaft an Grenzen. Auf anderen Feldern sei das Programm dagegen wirkungsvoll: "Bisher gelingt es uns zum Beispiel gut, den öffentlichen Raum aufzuwerten, soziale Infrastruktur zu qualifizieren und innovative Projekte ins Leben zu rufen“, sagte Katrin Lompscher. Beim Feld Beteiligung, einem zentralen Punkt des Programms, sei noch einiges zu tun: „Es bleibt weiterhin Aufgabe des Programms, eine breite Bewohnerschaft zu beteiligen, insbesondere unterrepräsentierte Gruppen“. Das Fazit der Senatorin: Insgesamt könnten mit dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ in Berlin viele positive Effekte zur Verbesserung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts erzielt werden.

Katrin Lompscher bezeichnete die „Soziale Stadt“ als lernendes Programm, das sich immer wieder weiterentwickelt, aber auch dauerhafte Veränderungen in der Stadt bewirkt, zum Beispiel beim ressortübergreifenden Arbeiten der Verwaltung.

In der Diskussion wünschten sich mehrere Teilnehmer eine stärkere Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements. Denkbar seien die Verleihung der Berliner Ehrenamtskarte oder eine finanzielle Anerkennung. Weiterhin wurde eine stärkere Einbeziehung von lokalen Initiativen in die Quartiersarbeit angeregt. Auch die Einrichtung eines Kinder-Quartiersrats wurde vorgeschlagen.

Angesichts des bevorstehenden Jubiläums des Berliner Quartiersmanagements im März 2019 wurden bereits Mitarbeiter der Verwaltung, die Vorortteams und Quartiersräte umfangreich zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen befragt. Im kommenden Jahr wird der 20. Geburtstag des Programms richtig gefeiert wird. „Das haben alle Beteiligten verdient“, sagte die Senatorin.

Soziale Stadt ist der Name eines städtebaulichen Förderprogramms von Bund und Ländern, das das Quartiersmanagement in Berlin ermöglicht.

17. Dezember 2018